Geschichte

Historie der Johannisloge „Zur festen Burg an der Elbe“, Hamburg

Lieber Besucher,

wir möchten Ihnen nunmehr einen kurzen historischen Einblick in die Gründung unserer ehrwürdigen Johannisloge „Zur festen Burg an der Elbe“ geben, da wir denken, dass Sie auch das geistige Fundament kennenlernen sollten, auf dem unsere Loge errichtet wurde.

Am 24. Mai 1921, einem Dienstag, trafen sich 13 Brüder aus verschiedenen Hamburger Logen in einem Sonderzimmer des Dammtorbahnhofs. Diese 13 Männer fassten den Beschluss, eine eigene Loge unter dem Sprengel der Provinzialloge von Niedersachsen zu gründen. Der Bruder Ernst Bailleu wurde zum Sprecher und später zum Logenmeister der Johannisloge „Zur festen Burg an der Elbe“ ernannt. Im Rahmen der Gespräche und Verhandlungen in dem Sonderzimmer des Hamburger Dammtorbahnhofes wurde natürlich auch intensiv darüber diskutiert, welchen Namen die neue Loge denn nun erhalten solle. Der Br. Emil Leichsenring erinnerte insofern an ein denkwürdiges Ereignis, dass sich seinerzeit zum vierhundertsten Male jährte. Der Name der neuen Loge sollte daher seiner Meinung nach dieses Ereignis und damit an die Standhaftigkeit, den Mut und die Vernunft eines maßgeblichen Theologen, nämlich Dr. Martin Luther, erinnern.

[read more=“Mehr anzeigen“ less=“Weniger anzeigen“]Vor besagten 400 Jahren, d.h. im Jahre 1521, wurde Martin Luther, -bereits durch den Kirchenbann quasi zum Ketzer erklärt-, vom Kaiser des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation, Karl V., auf Drängen einiger Fürsten, die versucht hatten Luther für ihre Ziele zu nutzen, nach Worms geladen. Dort sollte Luther nach dem Willen der Kirche und auch des Kaisers seine protestantischen Lehren widerrufen. Die Fürsten, die Luther unterstützten, hofften durch die bevorstehenden Ereignisse, die politische Macht Roms in den deutschen Gefilden zu schwächen. Auch Luthers Landesfürst, der Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen, forderte, Luther nicht ohne Anhörung zu ächten und zu verhaften. Am 02. April 1521 reiste Luther nach Worms; aber die Reise wurde nicht zu dem von der Kirche erhofften Bußgang, sondern im Gegenteil, glich einer triumphalen Reise; überall wurde Luther mit Begeisterung empfangen. Er predigte auf seiner Reise in Erfurt, Gotha und Eisenach und wurde auch in Worms vom Volk umjubelt. Sein Auftreten wurde als sachlich, klug und überlegt beschrieben. Er musste zweimal vor dem Kaiser erscheinen und ihm wurde jedes Mal deutlich nahegelegt, von seinen Lehren Abstand zu nehmen. Luther konnte jedoch keinen Beweis erkennen, die ihn hätten bewegen können, seine Thesen zu widerrufen:

„…wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und durch klare Vernunftsgründe überzeugt werde; denn weder dem Papst, noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, dass sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin durch die Stellen der Heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“

Luther wurde entlassen, jedoch nicht verhaftet, und rief als er den Verhandlungssaal verliess: „Ich bin hindurch!“ Als er und die ihn unterstützenden Fürsten Worms verlassen hatten, verhängte Karl V. die Reichsacht über Luther, so dass Dieser ab sofort vogelfrei war. Luther war somit zwar der Anklage wegen Häresie entgangen, durfte jetzt aber von Jedem beraubt, erniedrigt, verletzt und gar umgebracht werden. Da sich dies die Gegner Luthers sicherlich nicht entgangen lassen hätten, entführte der Kurfürst Friedrich Luther während der Rückreise und brachte ihn unerkannt auf die Wartburg, wo er unter dem Decknamen Junker Jörg nahezu ein Jahr lebte und das neue Testament in allgemein verständliches deutsch übersetzte.

Die exakten Gedankengänge und Überlegungen der Gründungmitglieder der Johannisloge „Zur festen Burg an der Elbe“ nachzuvollziehen, ist heute sicherlich schwierig, da vor knapp 100 Jahren nicht nur die Lebenssituation der Menschen anders als heute war, sondern sich auch die Geisteshaltung von der heutigen unterscheidet. Es gibt aber unseres Erachtens offensichtliche, christlich-humanistische Grundwerte der Loge, die auch heute noch in unserer Gesellschaft Gültigkeit haben sollten und daher von der heutigen Generation der Brüder unserer ehrwürdigen Johannisloge „Zur festen Burg an der Elbe“ hochgehalten werden; Die da sind:

  • Standhaftigkeit im Glauben und in der humanistischen Geisteshaltung
  • Mut und Stärke dies auch zu bekunden und hiernach zu streben
  • Vernunft und Klugheit in Handlung, Wort und Gedanken
  • Gewissenhaftigkeit im Handeln
  • Loyalität gegenüber den Brüdern, der Loge und dem Orden

Nachdem die gesamte deutsche Freimaurerei von dem auf Tyrannei und Unterdrückung aufgebautem Regime der Nationalsozialisten im Jahre 1935 mit Gewalt zu Grabe getragen wurde, konnten viele deutsche Logen nach Kriegsende im Jahre 1945, mangels noch lebender Brüder, ihre Arbeit am rauen Stein nicht mehr fortsetzen. Auch heute, mehr als 70 Jahre nach dem Ende der dunklen Zeit, ist die deutsche Freimaurerei noch weit von ihrer ehemaligen Mitgliederzahl entfernt.

Als sich die 12 Brüder verschiedener Hamburger Freimaurerlogen im Jahre 2012 schließlich entschieden, die ehrwürdige Johannisloge „Zur festen Burg an der Elbe“ zu reaktivieren und ihr den brüderlichen Geist der Gründungsmitglieder  wieder einzuhauchen, war vor allem der Wunsch, die bereits erwähnten freimaurerischen Tugenden dieser Loge wiederzubeleben maßgebend.

„Leidenschaft steht am Anfang jeden Erfolgs.“ …und so wächst die Bruderschaft unserer ehrwürdigen Johannisloge „Zur festen Burg an der Elbe“ kontinuierlich, und die Leidenschaft, mit der die Stifter 1921 die Loge gründeten und die Brüder 2012 die Loge reaktivierten, ist auch heute noch deutlich spürbar.[/read]

Kurz notiert…

Geschichte der Freimaurerei allgemein

Die Freimaurerei geht zurück u.a. auf die Domhütten des Mittelalters. Der Baumeister, Künstler und Maurer schlossen sich zu Bruderschaften zusammen. Ihr Versammlungsraum befand sich in eigens für sie errichteten Hütten neben den Dombauten. Die Bauhütten waren niemals dem Zunftzwang unterworfen. In England, Irland und Schottland hießen sie deshalb „freie Maurer“ (Freimaurer). In England hieß ihre Gemeinschaft „Lodge“ = Loge.

Im Jahr 1717 verbanden sich vier Lodges Londons zu der „Vereinigten Großloge von London“. Von da an datiert die bis heute weltweit wirkende Freimaurerei.

Berühmte Freimaurer

Friedrich der Große, Johann Wolfgang von Goethe, Gotthold Ephraim Lessing, Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Gottfried Herder, Gustav Stresemann, Carl von Ossietzky, Karl-Heinz Böhm, Georg Washington, Georg Washington, Franklin D. Roosevelt, Louis Armstrong, Roger Whittaker, Kurt Tucholsky, Mark Twain.

Mozarts Oper „Zauberflöte“ ist eine Freimaureroper. Werke von Lessing („Ernst und Falk“, „Nathan der Weise“) und viele Schriften Goethes atmen freimaurerischen Geist.